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Auszug aus dem Bildband "Haus der Ärzteschaft - Einheit in Vielfalt" Erschienen im Dezember 2005 im Frank Eyes Verlag, Text über das Projekt und Ansgar Maria van Treeck Wenn ein großes Projekt wie das Haus der Ärzteschaft seinem Bauherrn, und in diesem Fall auch Nutzer, übergeben wir, ordnet sich die Zeit ab diesem Punkt neu. In der Vergangenheit floss die ganze Kraft aller Beteiligten in die Entstehung des Hauses, eine große Menge Energie, die nun in einer Materie aus Beton, Stahl, Glas, Aluminium und mehr gespeichert ist. In der Gegenwart und in die Zukunft hinein kehrt sich der Energiefluss um. Das fertiggestellte Haus wird vom Empfänger zum Sender feiner Energie für die Stadt und derjenigen, die das Haus nutzen.Zu dem das Projekt kennzeichnenden, intensiven Reflektionsprozess seiner Entstehung gehört auch dessen Dokumentation in Bildern. Am 19. Oktober 1999, in der frühen Planungsphase, hat Ansgar Maria van Treeck mit dieser Arbeit begonnen. Als Künstler und Fotograf entwickelte er im Laufe der Zeit eine eigene, außergewöhnlich umfassende Herangehensweise für die meist durch ihn selbst definierte Aufgabenstellung. Das Kapitel von der Baugrube bis zum fertigen Objekt zeigt klassisch die vorgefundene Situation des Grundstücks und seine Veränderung über den Tiefbau zum Hochbau. Am Ende kommt es zu einer regelrechten Bauabnahme durch das Auge des Fotografen. Das Weitwinkelobjektiv wird durch ein Tele- oder Makroobjektiv ersetzt, das Einwirken von Zeit und Licht auf die frischen Oberflächen des Baus sorgfältig geprüft. Geordnet in eine chronologische Struktur zeigen die Bilder keine Distanz sondern Nähe zum Rezipienten, der dynamisch mit einbezogen wird, als wäre er mit Haut und Haaren dabei. Dies erreicht van Treeck durch die Suche nach wichtigen Momenten für ihn selbst, die er später als eindrucksvolle, sehr persönliche Bilder weitergibt. Räumliche Präsenz und die Dynamik des Bauprozesses werden bisweilen zwischen Fotografie und filmischer Sequenz im Grenzbereich zwischen 2D und 3D getestet. Die Standorte kontrastieren stark. Der Raumkompass dehnt sich aus mittels weit aufgezogenen Panoramabildern bis hin zu Fisheyeaufnahmen. Der Bogen spannt sich von gewagt nach unten stürzenden Perspektiven von Kran über Luftbilder aus dem Hubschrauber bis hinunter in die Poesie der Unterwelt. Mit suggestiver Kraft wird der große Atem einer Gesamtleistung und deren Herausforderungen dokumentiert. Das fertige Objekt zeigt das Haus der Ärzteschaft in einer architektonischen Didaktik von der städtebaulichen Einbindung über die äußere und innere Gestaltung bis über die Qualität der Materialien und Farben im Spiel des Lichts. Bilder des besonders schönen Gartens leiten über in die Dokumentation des 2. Bauabschnitts des sogenannten „Schwarzen Hauses“ Die folgenden Kapitel thematisieren nach der Pflicht, als Chronologie des Bauens, die Kür als Essenz bedeutender Ereignisse. Auf den ersten Spatenstich am 4. Juli 2001 folgt die Grundsteinlegung, über das Richtfest bis zu den Eröffnungsveranstaltungen ab dem 13. Oktober 2003 als gesellschaftlicher Höhepunkt. Diesen atmosphärisch dichten Bildern unterschiedlicher Situationen und einer Architektur mit Menschen wird eine scheinbar konträre Bildidee von Dichte gegenübergestellt. Die immer gleiche Perspektive von zwei immer gleichen Standorten als serielle Reihe fotografiert. In eng nebeneinanderliegenden Bildern erinnert die Entstehungsgeschichte des Hauses der Ärzteschaft an etwas Kostbares, eine dichte Zeit, für die ich mich bei allen, die daran teil hatten, herzlich bedanken möchte. Daniel Kas |